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Annette und Kurt Zaugg

Moosgasse 21
3305 Iffwil

biohofzaugg (at) gmx.ch

031 761 00 57

http://www.bio-direct.ch/

Hofbesuch bei Annette und Kurt Zaugg vom Samstag 29. Mai

Beim Sternenpintli – von der Postautohaltestelle kommend – links abbiegen, so gelangt man direkt zum demeter-Hof der Familie Zaugg. Der Stern an der Hauswand links, der Nussbaum rechts und das Hundegebell begrüssen uns, die Konsumentinnen und Konsumenten aus der Stadt bei unserem ersten Hofbesuch im Rahmen des von soliTerre.

Am Anfang: Beim Pflanztisch

Unser Rundgang beginnt beim riesigen Pflanztisch, der neben den Folientunnel steht. Dort warten zahlreiche verschiedene Pflanzen darauf, in die Erde zu gelangen. Zaugg`s ziehen bis auf wenige Ausnahmen alle Pflanzen selber. Die Samen werden von biologisch-dynamischen Anbietern bezogen. Die Aussaat begann schon im Frühjahr. Während dieser Zeit stand der Pflanztisch noch in einem der Folientunnel, die sich mit Holz- und Sonnenenergie beheizen lassen.

Zurzeit wachsen in den ca. vier Folientunneln vorwiegend Tomaten (z.B. Ochsenherz), Peperoni und die ganz speziellen kleinen Peperoni für Zaugg`s Frischkäsespezialität. Die Tomaten reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit. Die Folientunnel sind deshalb links und rechts seitlich geöffnet, so dass die Pflanzen gut durchlüftet werden. Ein spezielles Bewässerungssystem versorgt die Pflanzen mit Wasser.

Die Bodenbearbeitung

Auf dem Weg zu den Feldern werfen wir einen Blick auf den „Maschinenpark“. Zaugg`s achten darauf, den Boden schonend zu bearbeiten. Um die Bodenverdichtung zu verhindern, werden die Felder nicht mit schweren Maschinen befahren. Für die Feldarbeit wird deshalb teilweise auch das Pferd eingesetzt. Aus demselben Grund wird die Gülle auch nicht mit dem Fass ausgefahren, sondern mit einem Schlauchsystem. Dies hat zudem den Vorteil, dass die Nährstoffe in der Gülle nicht in der Luft „verpuffen“, sondern genau dort hin gelangen, wo sie hin sollen, nämlich zur Pflanze. Der Boden wird so bearbeitet, dass er das Regenwasser optimal auffangen kann. Dies geschieht etwa dadurch, dass beim Umgraben nur die obere Schicht fein gekrümelt wird und die tiefer liegende Schicht nur grob. Wie diese Wundermaschine mit den „Maulwurfgrabern“ heißt, habe ich leider vergessen....

Rundum Vielfalt

Zaugg`s kultivieren viele verschiedene Gemüse wie Kefen, Kabis in rot und blau, Karotten, Pastinaken, Kohlrabi, Rondini, Kürbisse (zB Muscat), Broccoli, Fenchel, etc., diverse Salate wie Brüsseler und Nüssler (den schon Kurts Grossmutter angepflanzt hat) und Kartoffeln (zB Desiree, Charlotte). Kurt erklärt uns die Eigenheiten der verschiedenen Gemüse und wie diese gepflegt werden. Zb der Nüssler: Damit er quasi den Sieg über die anderen mitwachsenden Un-Kräuter erlangt, wird der Boden speziell vorbereitet: Man lässt das Unkraut ca. zwei Wochen keimen und gräbt es dann unter (aber nur die oberste Schicht) bevor der Nüssler gesäät wird. Oder der Brüsseler: Dieser muss im Herbst auf eine exakte Länge zurückgeschnitten werden, sonst treibt er keine Zapfen aus.

Die Gemüsefelder wechseln sich ab mit Grasland und Getreidefeldern (Roggen, Dinkel, Weizen). Das Getreide wird in einer Mühle in Oberwil gemahlen. Daraus bäckt Annette jeweils am Freitag Brot und Dinkelzopf.

Die Felder durchzieht eine ca. 300m lange Hecke aus Hagebutten (die im Herbst verwertet werden), Jostabeeren, eine Edelkastanie, Eichen und vieles mehr. Sie ist das Revier der Vögel und anderer Nützlinge, die die Erde beleben.

Wie aus Mist Walderde wird

Im biologisch-dynamischen Landbau ist der Kuhdung von zentraler Bedeutung. Nur aus „perfektem Mist“ – nicht zu nass, nicht zu trocken – entsteht der nach Walderde riechende (wir haben uns überzeugt) und auch so aussehenden Kompost. Der Mist wird aufgeschichtet, damit der gut durchlüftet wird und mit biologisch-dynamischen Präparaten angereichert. Nach ungefähr einem Jahr ist die Verwandlung vollbracht und der Kompost kann ausgebracht werden.

Der Mist stammt von Kühen, die noch Hörner tragen. Bei unserer Rückkehr sehen wir die kleine Herde samt Muni friedlich weiden. Die Tiere leben in einem Anbindstall und dürfen jeden Tag raus. Wohl wegen dem täglichen Kontakt mit den Menschen hatten Zaugg`s noch nie Probleme wegen der Hörner. Die Tiere erhalten ausschliesslich Grundfutter und die Gemüsereste. Die Reste des Brüsselers lieben sie besonders. Es wird kein aus Getreide hergestelltes Kurzfutter verfüttert. Das wertvolle Getreide soll an die hungernden Menschen abgegeben werden und nicht die Leistung der Kühe in unseren Breitengraden in die Höhe treiben...

Beim wunderfeinen z`Vieri, bestehend aus selbstgebackenem Brot und Dinkelzopf, den verschiedenen hofeigenen Käsespezialitäten, Crottin und Gemüse, bestand die Gelegenheit für die Konsumierenden und die Produzierende miteinander ins Gespräch zu kommen.

Grossen Dank liebe Zaugg`s für diesen schönen und lehrreichen Nachmittag!

Iris

Bilder der 'Exkursion' von Nina