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Familienbetrieb Wüstefeld + Järmann

Bio-Gemüse
Gurtstrasse
3213 Liebistorf

bio(at)gemuesehof.ch
www.gemuesehof.ch


Tel: 026 / 674 37 18
Fax: 026 / 674 37 19
Natel: 079 / 310 00 65

Wochen Märkte:

Dienstag und Samstag: Bundesplatz Bern
NEU: Donnerstag: Villa Stucki

Freitag: Fussgängerzone

 

Zu Besuch bei Familie Wüstefeld in Liebistorf

Ein wunderschöner Sonntag im September. Die ersten Blätter färben sich rot und gelb, während der Nächte wird es schon kühl. Noch wächst das Sommergemüse - Tomaten, Auberginen, Zucchetti - aber nicht mehr lange. Gut zwanzig StädterInnen haben heute den Weg nach Liebistorf gefunden, um sich anzuschauen, woher ihr Gemüse kommt. In Liebistorf führt Daniel Wüstefeld mit seiner Familie den Gemüsebetrieb in zweiter Generation. Seine Eltern Vreni und Werner haben den Betrieb 1979 übernommen und von Beginn weg nach biologischen Kriterien geführt. Die Knospe war damals kaum bekannt, biologisch geführte Höfe nur spärlich zu finden. Vor 17 Jahren stieg dann Daniel ins Geschäft ein - und auch sein Bruder Stefan arbeitet auf dem Familienbetrieb. So viele helfende Hände sind nötig: Viermal in der Woche fahren Wüstefelds auf den Märit, am Samstag verkaufen sie ihr Gemüse an drei Ständen in drei Ortschaften gleichzeitig. Deshalb findet der Besuchstag an einem Sonntag statt. Es ist der einzige freie Tag der Wüstefelds.

Wüstefelds setzen auf den Direktverkauf und sie sind mit vollem Eifer bei soliTerre mit dabei. Momentan ist Daniel sogar dabei, den Hof auf Demeter umzustellen. Die Salatfelder sind auf sandigem Boden neben dem Gut angelegt und reichen fast so weit, wie das Auge sehen kann. Im Unterschied zu den anderen Produzenten zieht Daniel Wüstefeld seine Setzlinge nicht selbst, sondern kauft sie ein. Er hätte zu wenig Arbeitskräfte auf dem Hof, um sie selbst zu ziehen, sagt er. Ausserdem besitzt er eine automatische Salatsetzmaschine und ist dafür auf Pflänzchen in separaten Töpfen angewiesen.

Auf einem Hofrundgang zeigt er uns die Setzmaschine. Auch die Tunnels, die gleich neben dem Wohnhaus stehen, werden besichtigt. In ihnen befinden sich reihenweise Tomaten, Auberginen und Zucchetti. Das Gemüse ist reif, wird aber bald zu kalt kriegen. "Tomaten gibt es nur noch zwei bis drei Wochen lang", sagt Daniel Wüstefeld. Jetzt ist Mitte September, das heisst, ab Oktober müssen die KonsumentInnen sich wieder ans Wintergemüse gewöhnen. Es wächst auf dem Freiland auf über fünf Hektaren. Kraut und Kabis gibt es da. Viele verschiedene Sorten davon. Rüebli, Rübkohl, Fenchel, Rosenkohl, und, und, und. Daniel Wüstefeld erzählt, dass Rosenkohl erst fein zum essen wird, wenn er einmal gefroren war, vorher ist er bitter. Auch beim Federnkohl warten die Produzierenden mit der Ernte, bis es einmal Frost gab. Es sind Dinge, die wir KonsumentInnen bisher nicht wussten.

Neben dem Feld haben Wüstefelds kistenweise Zwiebeln aufgetürmt. Unter einer Plastikplane trocknen sie. Ende Oktober wird dann Vreni Wüstefeld ans Werk gehen: Sie zöpfelt Zwiebelzöpfe für den Zibelemärit Ende November. 800 Stück werdens schliesslich sein. "Ich zöpfle den ganzen Tag", sagt sie lachend, "jeden Tag". Auch am Sonntag - manchmal vergesse sie darüber gar das Datum. Ihr Mann Werner rüstet die Zwiebeln vorher, Schwiegertochter Barbara kümmert sich um die Blumendekoration für die Zöpfe.

Es gibt aber nicht nur Zwiebelzöpfe. In einem alten Container haben Wüstefelds eine Backstube mit Holzofen eingerichtet, wo Barbara freitags und samstags Bauernbrot und Züpfe für den Märit bäckt. Von diesen gluschtigen Sachen können wir beim anschliessenden Zvieri kosten. Da gibt es auch die himmliche Rüeblitorte von Barbara - und satt und zufrieden diskutieren KonsumentInnen und ProduzentInnen anschliessend miteinander.

Bilder von Andrea Tognina