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Fredy und Ruedi Schmied

Moosweg 41
3038 Kirchlindach

fsch8890 (at) aol.com


031 829 35 77
079 360 72 88

http://www.biofreilandfleisch.ch/

Porträt Biohof Freilandfleisch - Fredy und Ruedi Schmied

An einem heissen Sommertag im Juli 2010 sind wir bei Fredy Schmied eingeladen um etwas über dem Biohof, welchen er gemeinsam mit seinem Bruder Ruedi betreibt,  und seinen vielseitigen Tätigkeiten zu erfahren. Empfangen werden wir wie es sich gehört von einem grossen Bernersennenhund, der mit hoch erhobenem, wedelnden Schwanz sich freudig an uns drückt.

Wenige Kilometer nördlich von Bern, zu Kirchlindach gehörend, liegt dieser Hof. Etwas genauer beschrieben: beim Ortsteil Niederlindach, in der Nähe vom Chräbsbach, Moosweg 16. Inmitten von welligem Kulturland ist das eindrückliche Hofensemble angeordnet – Haupthaus, Stallungen, zwei Stöckli, dazu prachtvolle Bäume wie eine Linde oder Kastanien.

Das Bauernhaus als Kern des Betriebes besteht seit dem Jahr 1856, wobei am gleichen Platz schon vorher ein altes Haus stand. 1998 übernehmen Fredy und Ruedi Schmied den Hof von den Eltern. Ursprünglich gab es typischerweise Milchkühe, Getreidekulturen und Kartoffeln, im Jahr 1988 erfolgte der Wechsel von Milchkühen zur Mutterkuhhaltung und damit zur Produktion von Biofleisch, welches seit März 2010 auch in den Körben mit Fleischwunsch von SoliTerre zu finden ist (da die Körbe nicht speziell gekühlt werden, sind es im Moment Trockenfleisch, Würste).

Noch ein paar Daten: Die gesamte Hoffläche umfasst 37 ha, davon sind 7 ha Wald, 21.5 ha Grünland und dann noch etwas Land für Weizen, Mais und Obstbäume. Etwas Platz ist auch für die Hühner, ihr Beitrag für SoliTerre sind die Eier. Wo früher einmal acht Arbeitsplätze bestanden reicht die Arbeit heute nicht mehr für zwei Einkommen und es bedarf für das Auskommen der beiden Familien Zusatzeinkünfte. Der Hof ist heute soweit mechanisiert, dass Einmann-Betrieb möglich wäre. Das stattliche Bauernhaus mit grossem Satteldach beherbergte früher die Angestellten, heute lebt hier eine weitere Familie mit Kindern.

Beim Hofrundgang mit Fredy Schmied ist viel zu sehen und zu hören über das Halten von Mutterkühen und den Kälbern. Es gibt verschiedene Stallungen und Weiden, beispielsweise für Kühe kurz vor dem Kalben oder der Kinderstube. Die Kälber können jederzeit zu ihren Müttern. Jeder Stall hat drei Bereiche nämlich Fressen, Schlafen und Auslauf nach draussen. Die Ausführung der Anlagen richtet sich nach dem Wohlergehen der Tiere, beispielsweise tiefes Stroh im Schlafbereich. Wobei auch noch weitere Verbesserungen geplant bzw. in der Ausführung sind: Umbauten für weniger dichte Stallhaltung zur Verminderung des Risikos der gegenseitigen Ansteckung von Durchfall oder Lungenkrankheiten bei den Kälbern oder Einrichtungen zur Verringerung des Energiebedarfs (Strom und Wärme). Und es werden die strengen Haltungsrichtlinien KAG bereits seit 1989 eingehalten.

Mit den Erläuterungen von Fredy Schmied wird auch dem landfremden Stadtmenschen klar, dass Viehhaltung viel mit umfangreichen Wissen und Erfahrung zu tun hat. So ist eine Wiese nicht gleich einer Wiese: für eine gute Ernährung der Tiere sind viel Gras und etwas Klee wichtig. Das richtige Verhältnis lässt sich entweder durch gezielte Düngung oder mit dem Schnittzeitpunkt steuern. Die Tiere sind mit wenigen Ausnahmen täglich draussen, für die Wintermonate wird Heu in der Scheune eingelagert. In kleinen Mengen wird den Kühen der selbst angebaute Mais zugefüttert – dies zur Verfeinerung des Fleisches.

Bei den Weiden weist Fredy Schmied auf die für eine vielfältige Tierwelt wichtigen Hecken zusammen mit einzelnen Bäumen und den mehrere Meter breiten Wiesenrandzonen hin.

Im früheren Kühlraum für die Frischkäseproduktion befindet sich heute die SoliTerre-Abpackzentrale. Die beteiligten Bauernbetriebe liefern die Zutaten in der Regel an jedem Dienstag, in heissen Sommerwochen auch erst am Mittwochmorgen um 7:00 Uhr früh. Dann werden zurzeit ungefähr 120 Taschen befüllt, eine Arbeit, die Sorgfalt, Schnelligkeit und Konzentration erfordert. Es sollen ja alle das Gleiche bekommen, auf jeder Tasche darf nur ein Empfängeraufkleber drauf sein und eine gewisse Sauberkeit der Taschen wird auch erwartet. Schliesslich bringt Fredy Schmied die Taschen ab 9:00 Uhr an die Verteilstellen. Dank der kurzen Wege und dem Vermeiden vom Berufsverkehr ist dies in der Regel in weniger als zwei Stunden erledigt. Passend dazu kommt ein Fahrzeug mit Erdgasmotor zum Einsatz.

Der letzte Punkt ist ein weiteres Beispiel für unseren Eindruck, dass die Schmieds mit viel Freude und Engagement ihre Bioprodukte Fleisch, Eier und ein wenig Obst erzeugen und nun seit März 2010 auch die Direktvermarktung über SoliTerre koordinieren. Eine Achtung vor der genutzten Kultur, den Zusammenhängen in der Natur und den Tieren ist spürbar. Der Besuch des Hofes war vielseitig, lehrreich und interessant. Und er macht auch Lust, dem SoliTerre-Gedanken der gelegentlichen Mithilfe zu folgen. Eine gute Gelegenheit, meint Fredy, wäre beispielsweise die Obsternte.