Informationen zu den Taschen :
Diese Woche gibt es mal wieder Kardy – auch spanische Artischocke oder Gemüseartischocke genannt. Die bleichen Stängel haben eine unscheinbare nicht so einladende Farbe, aber dahinter verbirgt sich eine Delikatesse.
Kardys oder Artischocken – beides Korbblütler – sind botanische Geschwister. Jedoch werden bei der Kardy die Stiele gegessen – bei der Artischocke die Blütenknospen. Der Geschmack ist aber recht ähnlich. Die Stängel der Kardy können bis zu zwei Meter lang werden und haben feine bis zu 30 Millimeter langen Stacheln.
Kardy ist eine alte Kulturpflanze des Mittelmeerraums, die schon lange als kräftigendes, verdauungsförderndes Lebensmittel geschätzt wird. Lyon (F) gilt heute als eine Art Hauptstadt der Kardy-Küche :)und ist dort ähnlich saisonal verankert wie bei uns der Kabis. Aber auch in Spanien hat Kardy zu Weihnachtszeit kulinarisch eine grosse Bedeutung, z.B. «Cardo con almendras» – Kardy in Mandelsauce. Und in Italien heisst kommt «cardo» oder «cardone» in Pastagerichte, wird im Ofen gratiniert oder frittiert als «cardi fritti».
Kardy – Zubereitungstipps: Waschen in 2 cm breite Stücke schneiden; falls die Kardy-Stücke nicht gleich weiterverarbeitet werden in Zitronenwasser legen, um die Oxidation zu verhindern. Am besten zuerst blanchieren für circus 10–15 Minuten, dies mildert die Bitterkeit und erleichtert die weitere Verarbeitung.
Kardy wird klassisch als Gratin mit Käse und Béchamel zubereitet. Kardy passt aber auch gut geschmort in Eintöpfe mit Kartoffeln und Rüebli. Oder auch in ein Risotto: Dafür die Kardy-Stängel waschen in ca. 3 cm lange Stücke schneiden und in der Gemüsebouillon mit etwas Salz und reichlich Olivenöl ca. 20 Minuten kochen. Erst dann Risotto-Reis dazugeben und mit Butter, Käse und evt. Pilzen und Nüssen verfeinern.
Noch ein Hinweis zu dem Knoblauch vom Radiesli-Hof, der vergangene Woche (KW 1, 31.12.25) in den Taschen war. Die Lagerung von Knoblauch stellt das Radiesli momentan noch vor Herausforderungen. Knoblauch sollte nach dem Trocknen konstant kalt und trocken gelagert werden. Auf dem Radieslihof haben sie momentan nicht optimale Lagermöglichkeiten, weshalb einzelne Knollen bereits weiche Stellen haben oder auszutreiben beginnen. Im Sinne von «Foodsave» möchte wir diesen Knoblauch trotzdem an die Mitglieder verteilen und haben deshalb auf das verrechnete Gewicht der Portionen noch 20% mehr Knoblauch gegeben.
Und noch ein Hinweis auf eine spannende Veranstaltung:
«Wer Saatgut hat, kann Zukunft säen» – Referat mit anschliessender Diskussion
Mittwoch, 14. Januar 2026, von 18.15 – 20.00 Uhr / BollWerkStadt, Bollwerk 35, 3011 Bern
Saatgut sichert unsere Lebensgrundlage. Doch das bäuerliche Saatgut steht weltweit unter Druck. Das industrielle Saatgut der Grosskonzerne drängt Kleinbauernfamilien in die Abhängigkeit und bedeutet einen Verlust an Biodiversität. Saatgut ist Thema der ökumenischen Kampagne 2026 der kirchlichen Werke Fastenaktion und HEKS Im Januar führen wir in Bern eine Veranstaltung mit dem bekannten Saatgut-Experten François Meienberg (pro specie rara) durch.
Mehr Infos: https://sehen-und-handeln.ch/veranstaltung/bern-saatgut-diskussion/

